Zigarettenpreise El Hierro
Donnerstag, den 01. Juli 2010 um 11:43 Uhr

El Hierro

Punta Lajas del Lance

El Hierro ist die westlichste und kleinste der sieben großen Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean. Ihr Flächenanteil an der gesamten Landfläche aller Kanaren beträgt 3,59 Prozent. El Hierro ist 1.458 Kilometer vom spanischen Festland (Cádiz) entfernt, hat eine Fläche von 268,71 Quadratkilometern und 10.558 Einwohner (1. Januar 2007), was einer Bevölkerungsdichte von 39,29 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. El Hierro wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Bis 2011 soll die Insel als erste der Welt ausschließlich durch erneuerbare Energien versorgt werden.

El Hierro gehört zur spanischen Provinz Santa Cruz de Tenerife in der seit 1982 bestehenden Spanischen Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln, und damit seit 1986 zur EU. Die Hauptstadt der Insel ist Valverde, die Landessprache ist Spanisch. El Hierro besitzt einen eigenen Inselrat, den cabildo insular, und ist seit dem 15. September 2007 in die drei Gemeinden Valverde, La Frontera und El Pinar gegliedert. Zwischen 1913 und 2007 war die Insel nur in die beiden Gemeinden Valverde und La Frontera gegliedert. Alter und neuer Präsident des Inselrates ist nach den Wahlen im Mai 2007 Tomás Padrón Hernández von der Partei Agrupación Herreña Independiente.

Der heutige Name Hierro hat nichts mit dem spanischen Wort für Eisen zu tun, das auf der Insel überhaupt nicht vorkommt. Vielmehr nannten die Ureinwohner ihre Insel Esero, oder Ero, was so viel wie stark, fest oder hart bedeutet, womit der riesige Felsblock im Meer anschaulich beschrieben wäre. Hero oder Hera wird aber auch mit Brunnen in Verbindung gebracht, vielleicht aus dem Grunde, dass es auf der Insel keine Quellen, wohl aber Brunnen gibt. Durch Eigentümlichkeiten der spanischen Sprache wurde das betonte e am Wortanfang zu diphthongiert und dieser Laut durch die Buchstabengruppe hie wiedergegeben, da ie am Wortanfang vor Einführung des Buchstabens j der heutigen Buchstabengruppe je entsprechend wie [x?] ausgesprochen worden wäre. Ferro ist eine hier falsche Übersetzung von Hierro ins Portugiesische und Italienische.

Bis zur Entdeckung Amerikas im 15. Jahrhundert galt El Hierro als das äußerste Ende der westlichen Welt. Claudius Ptolemäus definierte daher im Jahre 150 den durch El Hierro verlaufenden Ferro-Meridian als Nullmeridian.

Nach diesem Bezugsmeridian sind zahlreiche Navigations- und Landkarten vom 17. bis ins 19. Jahrhundert ausgerichtet. Erst als 1884 Greenwich als Bezugspunkt für den Nullmeridian international festgelegt worden war, begann seine Bedeutung zu schwinden – jedoch nur langsam: Es dauerte viele Jahrzehnte, alle kartografischen Systeme vollständig umzustellen. Die Landesvermessung (Gauß-Krüger-Meridianstreifen) Deutschlands, Österreichs und anderer Länder verwendete den Ferro-Meridian bis etwa 1990. Ein wichtiger Vorteil dieser Längenzählung waren positive Werte für ganz Europa.

Im Gegensatz zu den Nachbarinseln ist El Hierro außer im Nordosten kaum von Barrancos (Schluchten) zergliedert. Quer über die Insel zieht sich die Cumbre, die bewaldete Gipfelregion der Vulkanberge. Grob kann man die drei Landschaftsformen der weiten Hochebene im Nordosten, des El-Golfo-Tales im Nordwesten und der abfallenden Fläche El Juláns im Südwesten feststellen. Es gibt große Gegensätze: Einerseits ist El Hierro im Verhältnis zur Grundfläche sehr hoch (bis 1.500 m ü. d. M.) und weist daher zu 90 Prozent (mehr als 100 km) der Küstenlinie steile Klippen auf, andererseits hat sie ein sanfthügeliges, fruchtbares Hochland, das im kanarischen Archipel einzigartig ist. Es wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Flache Küstengebiete gibt es bis auf das Golftal nicht. El Hierro bietet trotz der geringen Größe eine beträchtliche landschaftliche Vielfalt, wie beispielsweise karge Lavawüste, märchenhaften Nebelwald, Kiefernwälder, Obsthaine, saftig-grünes Weideland bis hin zu Ananas- und Bananenplantagen.

Im Süden befindet sich die Cueva de Don Justo, die größte Höhle der Insel. Sie besteht aus einem weit verzweigten System von Lavatunneln. Diese entstehen, wenn die Außenhaut der Lava bereits erkaltet und stehen bleibt, im Innern die Lava jedoch weiter fließt. Es gibt auf El Hierro auch viele vulkanische Höhlen, die durch Gasblasen entstanden sind. Einige dienten bereits den Guanchen als Unterkunft oder Grabstätte.